Warum Datendiebstahl durch Mitarbeitende immer häufiger wird 

In einem aktuellen Fall, den wir begleiten, haben zwei Mitarbeitende gezielt Unternehmensdaten entwendet, sich anschliessend selbständig gemacht und genau diese Daten für den Aufbau ihrer eigenen Firma genutzt. Ein Szenario, das viele unterschätzen. Früher war dieses Risiko (https://semas.ch/it-sicherheit/ ) vor allem bei grossen Unternehmen ein Thema. Heute beobachten wir klar: Auch KMU geraten immer stärker ins Visier oder werden intern zur Schwachstelle. Das Problem ist, dass Massnahmen oft erst dann getroffen werden, wenn der Schaden bereits entstanden ist. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Daten sind heute einfacher zugänglich als je zuvor
  • Cloud-Lösungen ermöglichen ortsunabhängigen Zugriff
  • Sicherheitskonzepte sind oft unvollständig oder veraltet
  • Vertrauen ersetzt häufig klare Zugriffsregeln

Welche Daten besonders gefährdet sind

Nicht alle Daten sind gleich kritisch, aber viele Unternehmen wissen gar nicht genau, welche Informationen besonders schützenswert sind. Typische sensible Daten sind: 

  • Kunden- und Kontaktdaten
  • Preislisten und Angebote  
  • Verträge und Vereinbarungen  
  • Strategische Dokumente  
  • Produkt- oder Dienstleistungsinformationen

Die häufigsten Ursachen für internen Datendiebstahl

Ohne klare Übersicht entsteht ein gefährlicher Blindspot: Unternehmen schützen oft nicht das, was am wertvollsten ist. Datendiebstahl passiert selten zufällig. Meist liegt eine Kombination aus technischen und organisatorischen Schwächen vor.

  1. Zu breite Zugriffsrechte: Viele Mitarbeitende haben Zugriff auf Daten, die sie für ihre Arbeit gar nicht benötigen.
  2. Fehlende Datenklassifizierung: Ohne klare Einteilung (z. B. vertraulich, intern, öffentlich) können Daten nicht gezielt geschützt werden.
  3. Keine Überwachung von Datenbewegungen: Unternehmen merken oft nicht, wenn Daten kopiert, heruntergeladen oder weitergegeben werden.
  4. Mangelnde Sensibilisierung: Mitarbeitende sind sich häufig nicht bewusst, welche Konsequenzen ihr Handeln haben kann. 
  5. Vertrauen ohne Kontrolle: Vertrauen ist wichtig, aber ohne Struktur wird es zum Risiko.

Der richtige Ansatz ist daher: Erst verstehen, dann schützen. Viele Unternehmen suchen sofort nach einem Tool. Doch der entscheidende Schritt kommt davor. Erst wenn folgende Fragen beantwortet sind, kann eine nachhaltige Sicherheitsstrategie entstehen. Denn Technologie allein löst das Problem nicht, Klarheit über die eigenen Daten schon.

  • Welche Daten sind wirklich sensibel?  
  • Wer darf darauf zugreifen und wer nicht?
  • Wo bestehen potenzielle Risiken?

Microsoft Purview: Moderne Datensicherheit für KMU

Ein Thema, das in diesem Zusammenhang immer häufiger aufkommt, ist Microsoft Purview

Was früher hauptsächlich in Enterprise-Umgebungen eingesetzt wurde, ist heute auch für KMU relevant und vor allem deutlich zugänglicher geworden. Microsoft Purview ist eine Lösung innerhalb der Microsoft-365-Welt , die Unternehmen dabei hilft, ihre Daten zu verstehen, zu klassifizieren und zu schützen. 

Die wichtigsten Funktionen im Überblick

Mit Microsoft Purview können Unternehmen gezielt Massnahmen umsetzen, um ihre Daten besser zu schützen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Lösung ermöglicht es, sensible Informationen systematisch zu klassifizieren und den Zugriff darauf klar zu regeln. Gleichzeitig lassen sich potenzielle Datenabflüsse erkennen und verhindern, bevor ein tatsächlicher Schaden entsteht. Besonders für Unternehmen, die bereits mit Microsoft 365 arbeiten, bietet Purview eine nahtlose Möglichkeit, bestehende Strukturen sinnvoll zu erweitern und die Datensicherheit auf ein neues Niveau zu heben.

  • Daten klassifizieren:  Automatische oder manuelle Kennzeichnung sensibler Daten (z. B. „vertraulich“). 
  • Zugriffe steuern:  Festlegen, wer welche Daten sehen, bearbeiten oder teilen darf. 
  • Datenabfluss verhindern: Erkennen und blockieren von unerlaubten Datenbewegungen (z. B. Downloads oder Weiterleitungen). 
  • Transparenz schaffen:  Nachvollziehen, wie Daten genutzt werden. Gerade für Unternehmen, die bereits auf Microsoft 365 setzen, ist Purview eine naheliegende Erweiterung.

Warum Datensicherheit heute kein Luxus mehr ist 

Ein weit verbreiteter Irrglaube: Datensicherheit sei teuer, komplex und nur für grosse Unternehmen relevant. Das war vielleicht früher so, heute nicht mehr. Moderne Lösungen sind skalierbar, erschwinglich und speziell für KMU ausgelegt. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in der Umsetzung:

  • Prozesse müssen definiert werden  
  • Verantwortlichkeiten müssen klar sein  
  • Mitarbeitende müssen eingebunden werden

Die Rolle von Analyse und Kommunikation

Ein zentraler Punkt wird oft unterschätzt: Jede Sicherheitslösung ist nur so gut wie das Verständnis der eigenen Daten. Ohne Grundlage bleibt jede technische Lösung wirkungslos. Deshalb sind zwei Faktoren entscheidend:

1. Analyse

  • Welche Daten existieren überhaupt?  
  • Wo liegen sie?  
  • Wie werden sie genutzt?

2. Kommunikation

  • Welche Regeln gelten im Unternehmen?  
  • Welche Verantwortung tragen Mitarbeitende?  
  • Wie wird mit sensiblen Daten umgegangen?

Konkrete Massnahmen zum Schutz vor Datendiebstahl

Um sich wirksam vor Datendiebstahl zu schützen, müssen Unternehmen nicht bei null anfangen. Oft reichen bereits einige gezielte und pragmatische Massnahmen aus, um das Risiko deutlich zu reduzieren und die eigene Datensicherheit nachhaltig zu verbessern. Entscheidend ist dabei, schrittweise vorzugehen und sich zunächst einen klaren Überblick über die eigenen Daten und Zugriffsstrukturen zu verschaffen. Schon kleine Anpassungen, wie klar definierte Zugriffsrechte oder einfache Richtlinien im Umgang mit sensiblen Informationen, können eine grosse Wirkung erzielen und erste Sicherheitslücken schliessen.

  1. Dateninventar erstellen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle vorhandenen Daten.
  2. Sensible Daten identifizieren: Definieren Sie klar, welche Informationen besonders schützenswert sind. 
  3. Zugriffsrechte überprüfen: Setzen Sie das Prinzip „Need to know“ um.
  4. Richtlinien definieren: Klare Regeln für den Umgang mit Daten schaffen.
  5. Technische Lösungen einsetzen: Tools wie Microsoft Purview gezielt nutzen.
  6. Mitarbeitende sensibilisieren: Schulungen und klare Kommunikation sind entscheidend.

Fazit: Handeln, bevor es zu spät ist

Datendiebstahl durch Mitarbeitende ist längst keine theoretische Gefahr mehr, sondern Realität, auch für KMU. Häufig reagieren Unternehmen jedoch erst dann, wenn der Schaden bereits entstanden ist. Dabei gibt es längst wirksame Lösungen. Entscheidend ist, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen: Zuerst gilt es, die eigenen Daten zu verstehen, sie anschliessend zu analysieren, klare Strukturen zu schaffen und erst danach die passende Technologie einzusetzen. Wer frühzeitig handelt, schützt nicht nur seine Daten, sondern auch Kundenbeziehungen, Wettbewerbsvorteile und letztlich die eigene Existenz.

Wie weiter?

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Microsoft Purview funktioniert und welche konkreten Massnahmen Ihr Unternehmen vor Datendiebstahl schützen können? Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre Datenstrategie gezielt zu analysieren und individuelle, praxisnahe Lösungen zu entwickeln.

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